Hinter den Kulissen: Was macht der Pyrotechniker beim Feuerwerk?

Hinter den Kulissen bei Lightfire Feuerwerke: Was macht der Pyrotechniker beim Feuerwerk?

Hinter den Kulissen: Was macht der Pyrotechniker beim Feuerwerk?

09:57 17 September in Feuerwerk, Pyrotechnik
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Vier bis sechs Wochen Vorlaufzeit sind in der Regel nötig, um ein Feuerwerk zu planen – bei einigen gar mehrere Monate. Doch endlich steht der Abbrennplatz fest, die Genehmigungen sind eingeholt, das Feuerwerk ist programmiert. Nun braucht der Pyrotechniker nur noch auf einen Knopf zu drücken, und ab geht die Post? Weit gefehlt: Auch am Tag des Feuerwerks gilt es ordentlich mit anzupacken.

Am Anfang war der Transport

Zuerst muss die komplette Ausstattung zum Abbrennplatz transportiert werden. Das hört sich leichter an, als es ist: Gerade bei größeren Feuerwerken benötigen wir eine ganze Menge Ausrüstung. Neben den eigentlichen Feuerwerkskörpern gehören dazu Abschussgeräte, Werkzeug, Kabel und Computer, Abdeckplanen für den Fall eines Wetterumschwungs, Stromaggregate, gut sichtbare Absperrungen… Und da sich das Ganze nicht auf magische Art selbst in den Transporter hinein- und wieder ausverlädt, müssen wir die Ärmel hochkrempeln. Vor allem, wenn der Abschussplatz nicht befahrbar ist, entweicht selbst dem hartgesottensten Feuerwerker gelegentlich ein unschicklicher Ausdruck: Teilweise müssen die schweren Gerätschaften über Hunderte von Metern geschleppt oder durch enge Treppenhäuser manövriert werden.

Hinter den Kulissen bei Lightfire Feuerwerke: Was macht der Pyrotechniker beim Feuerwerk?

Profis bei der Arbeit

Nachdem der Abbrennplatz für alle Zuschauer abgesperrt und die Sicherheitsabstände abgemessen wurden, fängt der eigentliche Aufbau an. Das geht nicht von jetzt auf gleich: Bei einem Feuerwerk, das ungefähr acht Minuten dauert, sind zwei Pyrotechniker mit dem Aufbau immerhin drei Stunden vor Ort beschäftigt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Beim Kanalfest in Riesenbeck etwa war das Feuerwerk auf zehn Minuten angelegt – hier dauerte der Aufbau mit sieben Pyrotechnikern aber sage und schreibe elf Stunden. Deshalb beginnt unser Einsatz lange vor dem Startschuss. Während sich die Zuschauer noch auf der Veranstaltung vergnügen, sind wir in einer entlegenen Ecke bereits damit beschäftigt, die Effekte zu installieren, elektrische Anzünder anzubringen und die Abschusswinkel einzustellen. Besonders beim Einsetzen der Kugelbomben ist Vorsicht angebracht – hier dürfen aufgrund der Verletzungsgefahr nur die absoluten Profis ans Werk. Sobald das Feuerwerk aufgebaut ist, werden die Absperrungen nochmals umgesetzt, damit der Sicherheitsabstand zum Feuerwerk gewährleistet bleibt.

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Doppelt geprüft hält besser

Zu guter Letzt werden die Zündkanäle zugewiesen. Damit die Effekte später in der richtigen Reihenfolge in den Himmel aufsteigen, muss jeder Effekt mit dem richtigen Kanal der Zündanlage verbunden sein. Das ist besonders bei musiksynchronen Feuerwerken wichtig. Wer einen Fehler macht, wird mit einer gewaltigen Blamage belohnt. Wenn Feuerwerk und Musik plötzlich aus dem Takt geraten oder der dramaturgische Höhepunkt schon in der ersten Strophe zündet, schauen Publikum und Pyrotechniker schön blöd aus der Wäsche… Deshalb heißt es: prüfen, prüfen, prüfen! Ist die Zündanlage bereit, geben alle Widerstandsmessungen grünes Licht, steht die Verbindung zur Tontechnik?

Der große Moment

Und dann ist der große Moment gekommen – per Funk wird das Feuerwerk gezündet! Nach der harten Arbeit in den Stunden davor ist das staunende Ah und Oh des Publikums die verdiente Belohnung für den Pyrotechniker. Wenn die Blicke sich verzaubert zum Himmel richten (und fleißig die Handys zum Abfilmen gezückt werden), weiß man, dass Fleiß und Mühe der vergangenen Wochen oder vielleicht sogar Monate sich gelohnt haben.

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Feierabend ist später…

Nachdem das Feuerwerk vorbei ist, gehen die Zuschauer zufrieden nach Hause – unser Feierabend ist allerdings noch nicht in Sicht. Zwar legt das Team jetzt eine kurze Sicherheitspause ein, um eventuelle Spätzünder abzuwarten, doch dann beginnt die Arbeit von neuem. Erst muss kontrolliert werden, ob noch irgendwo Feuerwerkskörper feststecken, die nicht abgebrannt sind. Anschließend suchen wir den Abbrennplatz ab – mitunter im flackernden Taschenlampenlicht –, um alle Überbleibsel von Feuerwerksbatterien, Single Shots und Effektverpackungen zu entdecken und entsorgen. Auch die teure Ausrüstung soll nicht bis zum nächsten Morgen Wind und Wetter ausgesetzt werden und muss abgebaut werden. Das geht zwar schneller als das Aufbauen, trotzdem muss man sich auf eine lange Nacht einstellen.

Eines steht fest: Ein Feuerwerk mag nur acht, zehn oder auch zwanzig Minuten dauern, aber es steckt viel Arbeit darin. Die begeisterten Reaktionen der Zuschauer halten uns aber immer wieder vor Augen, warum wir diesen Job so lieben!

Sebastian Riethues

info@lightfire-feuerwerke.de

Wir bringen das Feuer ins Feuerwerk: Mit Herzblut und Handwerk veranstalten wir Pyrokunst vom Feinsten. In diesem Blog berichten wir über unsere Arbeit als Pyrotechniker, Feuerwerk und alles, was dazugehört.

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