Osterfeuer: Woher kommt der Brauch?

Osterfeuer: Woher kommt der beliebte Brauch eigentlich?

Osterfeuer: Woher kommt der Brauch?

13:10 12 April in Allgemein, Ratgeber
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Wir sind zwar Pyrotechniker und keine Pyromanen, aber Hand aufs Herz: Ein schönes, großes Osterfeuer begeistert uns auch, obwohl nichts daran knallt und funkt. Doch woher kommt der Brauch, zu Ostern ein möglichst großes und helles Feuer lodern zu lassen?

Ein Licht in der Dunkelheit

Da es sich bei Ostern um ein religiöses Fest handelt – gefeiert wird schließlich Jesu Auferstehung -, liegt die Vermutung nahe, dass das Osterfeuer eine Erfindung der Kirche ist. Tatsächlich ist eine brennende Kerze bis heute Bestandteil der Osterliturgie bei den Katholiken: Zu Beginn der Liturgie wird ein kleines Feuer entfacht, an dem der Priester die Osterkerze entzündet. Die trägt er dann nach der Weihe als einziges Licht in die dunkle Kirche: Christus, das Licht der Welt. An der Osterkerze stecken die Gemeindemitglieder dann ihre eigenen Kerzen an. Seit dem 8. Jahrhundert wird so der Beginn der Osterzeit gefeiert.

Früher war das Osterfeuer ein Brauch, um den Winter zu vertreiben.

Mit
Flammen den Winter vertreiben

Tatsache ist aber, dass die Katholiken sich das Osterfeuer nicht ausgedacht haben, sondern sich von älteren Brauchtümern inspirieren ließen. Um diese Jahreszeit werden nämlich vermutlich schon wesentlich länger große Feuer entfacht – seit vorchristlichen Zeiten, um genau zu sein.

Ganz früher war das, was wir heute Osterfeuer nennen, wohl ein Ritual, um den Winter endgültig zu vertreiben. Ähnlich wie Feuerwerk an Silvester die Dämonen des letzten Jahres in die Flucht schlagen soll, verjagt das Osterfeuer den letzten Rest der dunklen Jahreszeit. Das Feuer lockt die Sonne auf die Erde und besiegt den kalten Winter – der Frühling kann kommen.

Der Zusammenhang mit dem Frühling – der Jahreszeit, in der das Leben neu erblüht -, zeigt sich auch daran, dass das Ganze wahrscheinlich gleichzeitig eine Art Fruchtbarkeitsritual war: Die Asche des Osterfeuers wurde als eine Art Dünger über die Felder verteilt und sollte dafür sorgen, dass die Ernte besonders üppig ausfiel.

Das Osterfeuer: ein beliebter Brauch bei Groß und Klein, besonders zum Würstchengrillen

Braucht man fürs Osterfeuer eine Genehmigung?

Kann also nun jeder am Ostersonntag aufs nächste Feld rennen, Baumschnitt in Brand setzen und daran munter Stockbrot mit der Familie grillen? Hier müssen wir angehende Pyromanen leider etwas ausbremsen: Für Osterfeuer braucht man eine Genehmigung, in vielen Städten und Gemeinden sogar als Privatperson im eigenen Hinterhof. Auch Gartenbesitzer sollten sich deshalb vorher bei der Feuerwehr oder dem Ordnungsamt erkundigen, wie die Sachlage im heimischen Ort ist.

Und auch für Osterfeuer bedarf es einen Sicherheitsabstand. Zu Gebäuden und Straßen ist ein ausreichender Abstand nötig, bei Wäldern und Autobahnen sind das mindestens 100 Meter. Und der frische Baumschnitt, den wir eben ansprachen, darf übrigens auch nicht verbrannt werden – genauso wenig wie Sperrmüll oder Bauholz. Wer sich nicht dran hält, muss sogar mit Bußgeldern rechnen.

Worauf muss man beim Osterfeuer in Sachen Sicherheit achten?

Aufgepasst beim Osterfeuer!

Neben dem Hinweis auf Genehmigungen haben wir für das diesjährige Osterfeuer noch den einen oder anderen Ratschlag, denn als professionelle Pyrotechniker ist uns natürlich immer daran gelegen, dass niemand durch Feuer durch Schaden kommt:

  • Gerade wenn die Holzscheite schon seit ein paar Tagen aufgestapelt sind: Wer sie vor dem Anzünden noch einmal umschichtet, gibt kleineren Tieren und Vögeln die Chance zu fliehen. Sie nisten sich manchmal in den Holzbergen ein und könnten sonst zu Leid kommen.
  • Beim Anzünden lieber keine Brandbeschleuniger oder Grillanzünder verwenden, das kann gefährliche Stichflammen geben.
  • Strohballen als Sitzgelegenheiten am Osterfeuer wirken zwar romantisch, sind aber ein Sicherheitsrisiko: Bei Funkenflug können sie sich entzünden!
  • In jedem Fall gilt: In der Nähe des Osterfeuers sollte ein Feuerlöscher bereitstehen, falls wider Erwarten was schiefgeht. Besonders bei Trockenheit und starkem Wind kann sich so ein Feuer unvermittelt ausbreiten.
  • Bis das Osterfeuer mitsamt Glut erloschen ist, muss es unter Aufsicht stehen. In manchen Gemeinden sind dafür zwei Personen erforderlich – der eine oder andere sollte sich also auf eine lange Nacht einstellen.

Aber nun genug gepredigt: Lightfire Feuerwerke wünscht schöne und gesellige Ostertage!

Lightfire Feuerwerke wünscht frohe Ostern!

Sebastian Riethues

info@lightfire-feuerwerke.de

Wir bringen das Feuer ins Feuerwerk: Mit Herzblut und Handwerk veranstalten wir Pyrokunst vom Feinsten. In diesem Blog berichten wir über unsere Arbeit als Pyrotechniker, Feuerwerk und alles, was dazugehört.

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